Im Gegensatz zum Wetter ist das Klima über längere Zeiträume hinweg ziemlich konstant. Neu ist die rasante Erwärmung im vergangenen Jahrhundert und die rapide Zunahme der Treibhausgase in der Erdatmosphäre in den letzten hundert Jahren. Seit Beginn der Industrialisierung in der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts hat sich die Lebensweise der Menschen in den westlichen Industrienationen radikal verändert.
Weltweit schmelzen die Gletscher in alarmierender Geschwindigkeit. Auch die Polarregionen verlieren ihre Eiskappe, riesige Eisberge treiben mit den Meeresströmungen bis in tropische Regionen. Schwere Stürme verwüsten ganze Landstriche in immer kürzerer Folge. Große Trockenheit wechselt sich mit sintflutartigen Niederschlägen ab. Flüsse treten über ihre Ufer, denn die Böden können nach Dürreperioden kaum mehr Wasser aufnehmen. Mit zunehmender Erwärmung des Klimas werden sich solche Wetterextreme häufen.
Laut des Bundesamts für Naturschutz gefährdet der weltweite Klimawandel die Natur in Deutschland so stark, dass rund 30 Prozent der hier heimischen Pflanzen und Tiere ausgerottet werden könnten. Der Klimawandel habe besonders Einfluss auf Lebewesen im Gewässer, im Moor, im Gebirge sowie an Küsten, so die Präsidentin Beate Jessel. Während die einheimischen Arten dezimiert werden, werde die Anzahl an Schädlingen als auch an Krankheitsüberträgern enorm steigen. Dies sei ein unumkehrbarer Prozess, deren Gründe die Behörde im stetig fallenden Grundwasserspiegel sowie der zunehmenden Trockenheit sieht.
Tiere, die zwischen Sommer- und Winterquartier pendeln, haben ihre Wanderungen vorverlegt. Wärmeliebende Pflanzen aus dem Süden dringen immer weiter nach Norden vor. Auch Schmetterlinge und Meerestiere erobern sich Lebensräume, die ihnen vor Jahren noch zu kalt gewesen wären.
Jede fünfte Pflanzenart in Deutschland könnte bis zum Jahr 2080 Teile ihres heutigen Verbreitungsgebietes verlieren. Das geht aus einer Studie von Wissenschaftlern des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ), des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und des französischen Laboratoire d’ Ecologie Alpine hervor. Als Folge des Klimawandels werden die Vorkommen der Arten neu verteilt.
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